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Digitalisierung

Digitalisierung im Handwerk 2026: Was die Bitkom-Studie über deutsche Betriebe verrät

02.06.2026 6 min Lesezeit

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

Einmal im Jahr fragt der Digitalverband Bitkom repräsentativ bei deutschen Handwerksbetrieben nach: Wie digital arbeiten Sie eigentlich? Die aktuelle Erhebung basiert auf einer telefonischen Befragung von 504 Betrieben und zeichnet ein differenziertes Bild – zwischen spürbarem Fortschritt bei einzelnen Anwendungen und einem selbstkritischen Gesamturteil.

Note 3 – und das schon seit Jahren

Der auffälligste Befund zuerst: Die Branche bewertet ihren eigenen Digitalisierungsgrad im Durchschnitt mit der Schulnote 3 – exakt so wie bereits 2022. Trotz Förderprogrammen, Fachpresse und spürbarem Technologiedruck hat sich das Selbstbild in mehreren Jahren kaum verändert. Das heißt nicht, dass nichts passiert ist, sondern dass die Erwartungen mit der Entwicklung mitgewachsen sind.

Konkret bieten inzwischen 85 Prozent der Handwerksbetriebe mindestens einen digitalen Service an. Am weitesten verbreitet sind naheliegende Einstiegspunkte: digitaler Angebotsversand (68 Prozent) und digitaler Rechnungsversand (62 Prozent). Beides sind Prozesse, die sich ohne große Systemumstellung digitalisieren lassen – das erklärt, warum sie vorne liegen.

Chance ja, Umsetzung eher zäh

89 Prozent der befragten Betriebe sehen in der Digitalisierung grundsätzlich eine Chance für das eigene Geschäft. Die Zustimmung in der Theorie ist also hoch. In der Praxis bremsen jedoch dieselben Hürden wie in den Vorjahren: fehlende Zeit im Tagesgeschäft, hohe Investitionskosten und Unsicherheit im Umgang mit neuer Technik – gerade in kleineren Betrieben, wo die Geschäftsführung oft noch selbst auf der Baustelle steht.

Bei künstlicher Intelligenz zeigt sich die Kluft zwischen Interesse und Einsatz besonders deutlich: Nur 4 Prozent der Betriebe nutzen KI bereits aktiv, weitere 9 Prozent planen eine baldige Nutzung. Für den überwiegenden Rest ist das Thema entweder noch zu abstrakt oder schlicht nicht priorisiert.

Die eigentliche Bruchlinie: Betriebsgröße

Der aussagekräftigste Wert der Studie betrifft nicht die Branche als Ganzes, sondern den Unterschied innerhalb der Branche: 61 Prozent aller Betriebe haben in den vergangenen fünf Jahren in digitale Technologien investiert – bei Kleinstbetrieben waren es jedoch nur 16 Prozent. Digitalisierung im Handwerk ist damit kein Branchenphänomen, sondern in erster Linie eine Frage von Betriebsgröße, verfügbarer Zeit und Kapital.

85 % bieten bereits einen digitalen Service an, aber nur 16 % der Kleinstbetriebe haben in den letzten fünf Jahren in digitale Technik investiert.
Bitkom-Studienbericht 2025

Was das für die tägliche Dokumentation bedeutet

Genau für diese Kleinstbetriebe zählt jede Digitalisierungsmaßnahme doppelt, wenn sie ohne Schulungsaufwand und ohne Zusatzsoftware für den Kunden auskommt. Eine digitale Anlagenakte, die per QR-Code funktioniert, statt über ein separates Portal mit eigenem Login, senkt genau die Einstiegshürde, die die Studie als größtes Hemmnis identifiziert: Zeit und Komplexität. Der Betrieb erfasst einmal, was verbaut wurde, und Eigentümer, Hausverwaltung oder der nächste Servicetechniker scannen den Code, statt anzurufen oder im Aktenordner zu suchen.